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Andre Kostolany (1906-1999) war ein erfolgreicher und im deutschsprachigen Raum sehr bekannter Spekulant. Er teilte seine jahrzehntelange Erfahrung von den Aktienmärkten der Welt in Büchern und Interviews. Kostolany hat es durch die Spekulation nicht zum Milliardär geschafft, doch sein Vermögen genügte um ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen (er war nur Millionär) und man sollte seine Ratschläge befolgen, wenn man an der Börse erfolgreich sein möchte. Es gibt wirklich kaum einen Spekulanten, dessen Bücher einem Anfänger so sehr helfen wie die von Andre Kostolany. In diesem Artikel habe ich einige der Grundaussagen des Altmeisters der Börse zusammengefasst.
Nicht die Ereignisse sind entscheidend für die Kurse, sondern die Reaktion des Publikums (=der Anleger) darauf. Ein gutes Beispiel dafür sind Terroranschläge. Die Anschläge vom 11.September rissen die Aktienkurse nach unten, aber die Anschläge in Madrid lösten lediglich einen kurzen Einbruch von 4 Tagen aus und hatten keinen großen Einfluss. Das ist auch der Grund, warum Kostolany sagt, dass die Moderatoren von n-tv und N24 keine Ahnung haben, wieso sich die Kurse nach unten oder oben bewegen - sie versuchen nur eine Erklärung zu finden, die logisch ist. Es ist sehr wichtig zu wissen, in welcher psychologischen Verfassung sich die Anleger befinden, um die künftigen Kurse voraussagen zu können. Oft kommt es vor, dass die Börse sich unlogisch verhält und alle im Dunkeln lässt. Weiterlesen » » »
Es gibt an den Aktienmärkten und bei der Spekulation nichts neues. Die Geschichte wiederholt sich regelmäßig. Alles bewegt sich in Zyklen: die Wirtschaft, die Kurse, die Gefühle der Anleger, die Menschen selbst, die Entwicklungen einzelner Branchen, usw. Auch wenn man das Gefühl hat es sei jedesmal etwas völlig Neues (besonders wenn man zu sehr auf die Börsenkommentatoren und Journalisten achtet), muss man nur etwas Abstand nehmen und in der Geschichte nach einer vergleichbaren, einer ähnlichen Situation suchen.
Man wird noch schlimmere Kurseinbrüche und Crashs entdecken und man wird sehen wie die Erholung erfolgt ist. Das tägliche Auf und Ab ist an der Börse unwichtig. Entscheidend ist die langfristige Richtung, denn nur mit ihr lässt sich viel Geld verdienen. Glauben Sie kein Wort, wenn Ihnen jemand erzählen will, dass die derzeitige Entwicklung einzigartig in der Geschichte, noch nie zuvor erlebt und etwas absolut Neues ist.
…besser gesagt durch Aussitzen. An der Börse lässt sich kein Geld verdienen, indem man viel nachdenkt, viel handelt oder oft auf die Kurse schaut. Man verdient es mit dem geduldigen Abwarten NACH dem Kaufen von Aktien. Dazu gehört nicht nur Krisen, kurzfristige Rückschläge und prophetische Untergangsszenarien der Börsenkommentatoren auszusitzen, sondern eine Kursbewegung bzw. einen langfristigen Trend abwarten zu können.
Große Bewegungen enden nicht in wenigen Wochen. Besonders bei Gewinnen ist das Verlangen groß schnell auszusteigen, man möchte den Gewinn realisieren und hört bei n-tv und N24 immer wieder davon, dass die Anleger jetzt ihre Gewinne mitnehmen würden. Das sind keine Anleger, sondern nur ein paar Zittrige, wie Kostolany sie genannt hat. Sie zittern wenn es abwärts geht und sie zittern, wenn der Markt aufwärts geht.
Nur mit großen Bewegungen kann man das große Geld verdienen, doch dazu gehört Geduld. Nicht nur für das Einsteigen, sondern auch für das Aussteigen, das Verkaufen braucht man gute Gründe. Eine gute Aktie vorzeitig zu verkaufen bedeutet das gleiche wie seine goldene Eier legende Gans zu schlachten. Andere lohnenswerte Geldanlagemöglichkeiten finden sie hier
…zumindest auf kurze Sicht.
Aus diesem Grund macht es auch keine Sinn täglich die Kurse zu beobachten und den Versuch zu unternehmen herauszufinden warum eine Aktie trotz guter Zahlen fällt und eine andere trotz geringer Gewinne steigt, obwohl es eigentlich umgekehrt sein sollte. Auf kurze Sicht gesehen ist die Börse überhaupt nicht logisch und Sie sollten sich nicht darüber den Kopf zerbrechen.
Das ist nicht wichtig, sondern allein der langfristige, große Trend zählt für Sie. Sollen sich doch die Kommentatoren und Fernsehsprecher darum kümmern. Gehen Sie lieber auf Distanz und versuchen Sie die derzeitige Situation aus der Ferne zu überschauen wie ein Adler. Wer weiß schon warum eine Aktie heute steigt? Vielleicht entschließt sich ein Fondsmanager zu kaufen oder Charttechniker kaufen, weil irgendein Widerstand durchbrochen wurde. Niemand kann das so genau sagen. Es ist so gut wie unmöglich kurzfristig vorherzusagen in welche Richtung sich eine Aktie oder der Gesamtmarkt bewegen wird.
Die Börse ist kein Thermometer der Wirtschaft, wie sie von manchen genannt wird. Sie ist eher eine Art Blick in die Zukunft. Die Börse und der Aktienmarkt läuft der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung um sechs bis zwölf Monate voraus. Sie spiegelt das wieder, das die Menschen heute von der Zukunft erwarten. Deshalb können sich Börse und Wirtschaft sehr wohl gegensätzlich verhalten und die Börse kann steigen, während die Wirtschaft stagniert.
Jemand, der heute Aktien kauft, weiß selbst wie die Lage heute ist und wie sie gestern war. Doch das interessiert ihn wenig. Er möchte wissen wie es in der Zukunft weitergeht und ob er in der Lage sein wird Geld zu verdienen. In gewisser Weise zeigt die Kursentwicklung also auch die Hoffnungen und Ängste bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Wirtschaft an. Man kauft, wenn man eine Erholung der Wirtschaft (oder zumindest keine weitere Verschlechterung) erwartet. Man verkauft, wenn man glaubt, dass weitere Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft kommen und die Krise nicht ausgestanden ist.
Sobald eine unerklärliche und starke Bewegung einer Aktie nach unten eintritt, werden schnell die Shortseller oder Leerverkäufer verantwortlich gemacht. Sie seien Schuld, weil sie die Aktien leerverkauft hätten um bei fallenden Kursen Gewinne zu machen. Oder man schiebt es auf irgendwelche großen Hedgefonds.
Das ist ein Märchen, das immer wieder für Kursbewegungen herhalten muss, wenn den Kommentatoren und Journalisten keine bessere Erklärung einfällt. Diese Dinge werden jedoch immer NACH der eigentlichen Bewegung gesagt, niemals vorher. Was soviel heißt wie: Keiner weiß etwas, aber manche halten sich für schlau und behaupten einfach sie wüssten, wer “schuld” sein für die Bewegung. Der einzige Schuldige ist der Markt.
Und es spielt überhaupt keine Rolle, ob die Shortseller aktiv sind oder nicht. Sie können niemals den ganzen Markt nach unten drücken. Auch die Einbrüche von einzelnen Aktien gehen oft nicht auf ihr Konto. Es gibt einfach zu wenige Short-Spekulanten als dass sie große Bewegungen auslösen könnten. Aber natürlich kommt es einige Menschen immer gelegen, wenn man die “Schuld” für eine Kursbewegung auf die geheimnisvollen Leerverkäufer schieben kann (die meistens als die Bösen dargestellt werden), vor allem wenn man mit den eigenen Prognosen daneben lag und jetzt einen Sündebock sucht.
Zumindest für die Mehrheit der Marktteilnehmer. Die meisten Anleger, Spekulanten und Trader zocken mehr als sich einem Geschäft zu widmen. Und hinzu kommen die vielen Leute, die die Börse als ein teures Hobby ansehen und nur etwas spiele möchten. Ich bin froh, dass es diese Leute gibt, denn irgendjemand muss ihnen ja das Geld abnehmen, wenn sie es nicht mehr brauchen. Außerdem steigern Sie die Liquidität am Markt.
So wie die wenigsten Menschen im Leben vernünftige Entscheidungen treffen und sich daran halten, ist die Lage an der Börse nicht anders. Forrest Gump sagt: “Dumm ist nur, wer Dummes tut.” An der Börse gibt es sehr viele Leute, die Dummes tun. Die wenigsten sind mental stark genug um die Aufs und Abs der Börse durchzustehen oder sich fernzuhalten. Das hat nicht so sehr etwas mit Intelligenz zu tun, Professoren und Ärzte verlieren an der Börse genauso wie Analphabeten (alle Menschen werden von den gleichen Emotionen gesteuert bzw. irregeleitet).
Es hängt vielmehr mit der Disziplin und Willensstärke zusammen. Und glauben Sie ja nicht, dass alle Menschen, die den ganzen Tag vor dutzenden Bildschirmen sitzen und sich als professioneller Händler, Trader oder was auch immer bezeichnen, hier besser wegkommen. Falls Sie wissen (vielleicht aus Erfahrung), dass Sie emotional nicht in der Lage sind diszipliniert zu bleiben oder nicht ständig auf den Ticker zu schauen, suchen Sie sich ein anderes Geschäft (z.B. Immobilien). Die Börse ist nur für diejenigen ein Casino, die ständig verlieren. Gehören Sie nicht zu ihnen!
Ein Broker hat die Aufgabe Ihnen möglichst viele Aktien zu verkaufen. Dadurch verdient er und sein Arbeitgeber eine Provision, meistens verdient er mehr, wenn er Ihnen mehr Aktien andreht. Ein Broker wird Ihnen niemals empfehlen abzuwarten oder in sechs Monaten zu kaufen. Er ist im Grunde nur ein Verkäufer von Aktien und Sie sollten niemals auf seine Ratschläge hören. Er verdient sein Geld nicht mit dem Investieren und er hat kein Interesse daran, dass Sie Geld verdienen.
Natürlich gibt es verschiedene Abstufungen bei der Seriösität der Broker, aber grundsätzlich müssen Sie die Kauf- oder Verkaufsentscheidung immer selbst treffen. Es ist Ihr Geld und Sie müssen mit den Konsequenzen leben - nicht Ihr Broker. Wenn Sie pleite sind, ruft er einfach andere Kunden an und verkauft ihnen Aktien. Es spielt keine Rolle was er Ihnen andrehen will und wie gut seine Argumente sind, hören Sie niemals auf Ihren Broker.
Es ist eine gute Gewohnheit nach einem Gewinn bei der Aktienanlage oder Spekulation einen Teil davon abzuheben und entweder auszugeben oder in andere Vermögenswerte (Immobilien, Gold, usw.) zu investieren. Dadurch streut man sein Vermögen und sichert es gleichzeitig. Und man belohnt sich selbst und kann sich von dem Gewinn etwas Schönes gönnen, das man sich gewünscht hat.
Natürlich sollten Sie nicht den ganzen Gewinn nutzen, denn dann würden Sie Ihre eierlegende Gans schlachten und Ihr Geld würde sich nicht vermehren. Außerdem hat das Auszahlen eines Teils der Gewinne eine sehr positiven psychologischen Effekt, denn bislang war das Geld nur virtuell als eine Zahl vorhanden. 5000€ auf dem Depot sind nur eine Zahl. Sich die 5000€ auszahlen zu lassen und sie bar in der Hand zu halten, ist etwas ganz anderes. Dadurch läuft man nicht Gefahr den richtigen Bezug zum Geld zu verlieren (was an der Börse relativ schnell geschehen kann) und es bleibt real.
Versuchen Sie niemals die Verantwortung für Ihren Vermögensaufbau und die Verwaltung und Vermehrung Ihres Geldes auf andere zu übertragen. Es ist Ihr Geld, Sie haben dafür gearbeitet, und es wird immer Ihr Geld bleiben. Niemand wird sich darum so kümmern wie Sie. Ein Banker, Bankberater oder Fondsmanager interessiert sich nicht dafür wie gut Sie finanziell dastehen. Er arbeitet für die Bank und nicht für Sie.
Und er bekommt ein Gehalt. Es kann ihm völlig egal sein (und das ist es oft auch), ob Sie am Ende des Jahres mehr Geld auf dem Konto haben oder nicht. Glauben Sie nicht, dass Sie Ihr Geld einfach nur in die Hände anderer geben müssen, und diese werden sich dafür kümmern und es weise anlegen, so als wäre es ihr eigenes.
Behalten Sie Ihre Investitionen immer im Auge, auch wenn Sie nicht aktiv Aktien auswählen und kaufen. Banken und Fondsmanager leben von den Provisionen, die sie erhalten, und nicht davon, dass sie ihre Kunden reich machen. Sie müssen sich finanziell weiterbilden und ein wenig davon verstehen was in der Wirtschaft abläuft. Überlassen Sie Ihren Vermögensaufbau nicht dem Zufall.
Ich bin immer wieder überrascht wie sehr manche Leute Banken und den Bankberatern vertrauen und nichts hinterfragen, was diese ihnen verkaufen. Und noch mehr überrascht mich die mangelnde Bereitschaft über SEINE Finanzen und SEIN Geld nachzudenken, ein wenig zu planen und selbstständig zu denken.