->
Es gibt an den Aktienmärkten und bei der Spekulation nichts neues. Die Geschichte wiederholt sich regelmäßig. Alles bewegt sich in Zyklen: die Wirtschaft, die Kurse, die Gefühle der Anleger, die Menschen selbst, die Entwicklungen einzelner Branchen, usw. Auch wenn man das Gefühl hat es sei jedesmal etwas völlig Neues (besonders wenn man zu sehr auf die Börsenkommentatoren und Journalisten achtet), muss man nur etwas Abstand nehmen und in der Geschichte nach einer vergleichbaren, einer ähnlichen Situation suchen.
Man wird noch schlimmere Kurseinbrüche und Crashs entdecken und man wird sehen wie die Erholung erfolgt ist. Das tägliche Auf und Ab ist an der Börse unwichtig. Entscheidend ist die langfristige Richtung, denn nur mit ihr lässt sich viel Geld verdienen. Glauben Sie kein Wort, wenn Ihnen jemand erzählen will, dass die derzeitige Entwicklung einzigartig in der Geschichte, noch nie zuvor erlebt und etwas absolut Neues ist.
…besser gesagt durch Aussitzen. An der Börse lässt sich kein Geld verdienen, indem man viel nachdenkt, viel handelt oder oft auf die Kurse schaut. Man verdient es mit dem geduldigen Abwarten NACH dem Kaufen von Aktien. Dazu gehört nicht nur Krisen, kurzfristige Rückschläge und prophetische Untergangsszenarien der Börsenkommentatoren auszusitzen, sondern eine Kursbewegung bzw. einen langfristigen Trend abwarten zu können.
Große Bewegungen enden nicht in wenigen Wochen. Besonders bei Gewinnen ist das Verlangen groß schnell auszusteigen, man möchte den Gewinn realisieren und hört bei n-tv und N24 immer wieder davon, dass die Anleger jetzt ihre Gewinne mitnehmen würden. Das sind keine Anleger, sondern nur ein paar Zittrige, wie Kostolany sie genannt hat. Sie zittern wenn es abwärts geht und sie zittern, wenn der Markt aufwärts geht.
Nur mit großen Bewegungen kann man das große Geld verdienen, doch dazu gehört Geduld. Nicht nur für das Einsteigen, sondern auch für das Aussteigen, das Verkaufen braucht man gute Gründe. Eine gute Aktie vorzeitig zu verkaufen bedeutet das gleiche wie seine goldene Eier legende Gans zu schlachten. Andere lohnenswerte Geldanlagemöglichkeiten finden sie hier
Eine interessante Strategie ist es nur Aktien zu kaufen, die gerade ein neues Allzeithoch markiert haben. Hier wird man sicherlich nicht in kurzer Zeit große Gewinne einfahren oder sein Geld in kurzer Zeit verdoppeln, aber man liegt auf der sicheren Seite, denn eine Aktie, die auf einem Allzeithoch notiert, zeigt an, dass es dem Unternehmen offensichtlich sehr gut geht.
Man ist also vor bösen Überraschungen abgesichert und meistens handelt es sich um solide, langsam aber beständig wachsende und große Blue-Chips wie Coca-Cola. Man sollte sich nicht allein auf das Allzeithoch verlassen, da auch eine schlechte Aktie durch außergewöhnliche Ereignisse ein neues Hoch erreichen kann, doch die Frage ist: Wird sie es halten können.
Viel besser sind Aktien, die beständig wachsen und nach und nach neue Hoch erklimmen. Ein weiteres Beispiel wäre vielleicht H&M (Hennes & Mauritz). Auch wenn diese Strategie nicht zum antizyklichen Anlegen passt, kann es eine gute Alternative für vorsichtige Investoren sein.
Der Statistik zufolge besitzen etwa 3,7 Millionen Deutsche Aktien. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das relativ wenig. Vor allem Kleinaktionäre gibt es zu wenig. Dennoch hat fast jeder Bürger sein Geld indirekt in Aktien investiert (auch wenn es ihm oft nicht bewusst ist). Wer Lebensversicherungen oder andere Anlageprodukte besitzt nämlich. Man sollte sich bewusst machen, dass alle Banken und auch Regierungen und Bundesländer einen großen Teil ihres Geldes in Aktien investieren.
Sie tun das, weil man dort am meisten Rendite bekommt, das heißt sein Geld am schnellsten wachsen lässt. Keine Bank der Welt würde ihr Geld auf einem Sparbuch lassen und sich mit 3% Zuwachs im Jahr zufrieden geben. Die Banken sind also schlau. Sie geben Sparern 2 oder 3% für ihr Sparbuch oder aufs Festgeld und investieren diese Einlagen für 5-10% in Aktien.
Und wie man in der letzten Finanzkrise gesehen hat sind alle von einer solchen Krise am Aktienmarkt betroffen und nicht nur die Aktienanleger. Doch wenn man sowieso ein Risiko eingeht, wenn man sein Geld einer Bank überlässt (die einem wenig Zinsen gibt und das Geld in Aktien investiert) wieso sollte man nicht gleich selbst in Aktien oder Aktienfonds investieren?
Ohne Geduld sollten Sie wirklich nicht anfangen Aktien zu kaufen. Trainieren Sie vorher mit Schachspielen oder Meditation. Wenn Sie leicht aus der Fassung geraten und schwache Nerven haben, wird es Ihnen an der Börse nicht gefallen. Sie können natürlich auch ohne Geduld in Aktien investieren, wenn Sie einen Weg finden nicht die Kurse zu beobachten und sich mit der Börse zu beschäftigen, falls Sie in der Lage sind Abstand zu nehmen.
Um mit Aktien Gewinne einzufahren, ist vor allem Geduld gefragt. Es kann manchmal jahrelang dauern bis das erwartete Ereignis eintrifft oder die gekaufte Aktie sich erholt. Man darf nicht zappelig sein und ständig seine Entscheidungen hinterfragen. Früher hat man auch gesagt: “Das Geld an der Börse macht man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Sitzfleisch.” Alle großen Bewegungen an der Börse brauchen Zeit. Sie müssen deshalb die Geduld aufbringen die Aktien nicht frühzeitig zu verkaufen.
Andererseits dürfen Sie bei der Abwärtsbewegung nicht ungeduldig werden, wenn es nach unten geht, und zu früh einsteigen, weil Sie nicht warten wollen bis der Boden erreicht ist.
Diese Regel von Andre Kostolany sollte wohl auch dieses Mal zutreffen und einigen Anlegern gute Gewinne einbringen. Betrachten wir einmal das Jahr 2009 und wenden diese Formel an. Zuerst das Geld. Auch wenn es zu Anfang des Jahres knapp war als die Finanzkrise in vollem Gang war und die Banken vor lauter Angst kein Geld mehr leihen wollten, war es knapp.
Diese Situation bessert sich derzeit mit jedem Tag. Die Regierungen der Industrienationen haben Billionen in die Wirtschaft und das Bankensystem gepumpt. Außerdem wurden die Zinsen der Notenbanken deutlich gesenkt. Beide Maßnahmen sollten für mehr als genug Geld sorgen, das auf den Markt und in Aktien angelegt werden wird. Dieser Punkt ist also positiv.
Kommen wir zum zweiten, der Psychologie. Die Psychologie bessert sich derzeit, auch wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer noch skeptisch ist und der Erholung nicht traut. Die meisten sind noch vorsichtig (was ein gutes Zeichen ist). Doch auch hier bessert sich die Lage und die Kurse steigen deutlich (auch wenn keiner eine Erklärung dafür hat, was eine weiteres gutes Zeichen ist). Derzeit steht das Licht also auf Geld und risikofreudige Anleger steigen jetzt ein.
Vorsichtige Anleger warten noch einige Monate bis sich die Psychologie entgültig zum Positiven verändert hat. 2009 scheint ein gutes Jahr zum Kaufen zu werden. Langfristig ist natürlich die Konjunktur entscheidend für den Kursverlauf, aber auch hier sieht es gut aus. Die Unternehmen senken die Kosten, es wird gespart, vor allem der Bankensektor wurde bereinigt - nur die profitabelsten Unternehmen sind übrig und es bleibt ein größerer Teil des Kuchens für die Überlebenden. Außerdem werden sich auch hier früher oder später die Wirtschaftsprogramme der Regierungen auswirken müssen.
…wie sollte es auch anders sein: die Aktie. Das sage ich nicht (nur) weil das eine Webseite über Aktienanlage ist, sondern es gibt auch weitere Gründe dafür. Zuallererst ist da natürlich die Rendite. Auf lange Sicht gesehen 10, 20 oder sogar 50 Jahre schlage Aktien alle anderen Anlageformen wie Immobilien, Anleihen, Währungen, Gold, Kunst, usw.
Dieses Argument allein reicht bereits aus, denn wir alle wollen unser Geld möglichst hoch verzinsen um es schneller wachsen zu lassen. Außerdem sind Aktien liquide. Falls es einen Notfall gibt und ich mein Geld brauche, kann ich am gleichen Tag noch verkaufen. Versuchen Sie das einmal mit einer Immobilie.
Ich bezweifle natürlich nicht, dass ein guter Investor oder Spekulant auch mit anderen Anlageformen sehr erfolgreich sein kann, aber besonders für jemanden, der sich nicht Tag und Nacht mit Immobilien oder Kunst auseinandersetzen will, eignen sich Aktien. Gut gekauft ist halb verdient. Das wohl wichtigste Argument für Aktien spricht ihre langfristige Aufwärtsentwicklung, so dass man gar nicht verlieren kann, wenn man sein Geld auf viele gute Werte und verschiedene Regionen verteilt.
Investieren Sie nie Ihr ganzes Kapital auf einmal und falls Sie eine bestimmte Aktie kaufen wollen, weil Sie einen Aufwärttrend, eine Hausse erwarten, investieren Sie nicht gleich den ganzen Betrag, den Sie in dieser Aktie anlegen wollen. Das ist zu gefährlich. Sie können nie ganz sicher sein, dass Ihr Annahmen richtig sind und es nicht anders kommt als erwartet.
Falls Sie also die Absicht haben 1000 Porscheaktien zu kaufen, dann kaufen Sie zuerst 100, 200 oder 250. Machen Sie es sich zur Regel, dass jeder darauffolgende Kauf zu einem höheren Kurs erfolgen muss (falls Sie einen Aufwärtstrend erwarten). Dadurch kaufen Sie nur hinzu, wenn Sie mit den vorherigen Käufen bereits im Plus sind. Sie warten also auf die Bestätigung des Marktes und gehen kein hohes Risiko ein.
Der Abstand zwischen den Käufen sollte etwa 2-4 Wochen betragen, was ausreichend ist, wenn es sich um eine große Bewegung handelt. Sie brauchen keine Angst zu haben etwas zu verpassen. Sie werden auf diese Weise etwas weniger verdienen als bei einem Kauf der 1000 Aktien, falls sich Ihre Prognose erfüllt. Doch andererseits werden Sie viel weniger verlieren, falls Sie falsch liegen. Eine sehr gute Strategie um das Risiko zu verringern und die Erfolgsaussichten zu erhöhen.
Es gibt Gurus, die Ihnen empfehlen Aktien von guten, soliden,
traditionsreichen Unternehmen zu kaufen und sich schlafen zu legen, also nicht auf den Kursverlauf zu achten und die Aktien wachsen zu lassen. Das ist zwar ein gutgemeinter Ratschlag, aber es gibt dabei einige Probleme:
1. Nicht jeder ist in der Lage aus der Masse der Unternehmen die guten und soliden herauszusuchen.
2. Nicht alle guten und soliden Unternehmen (was oft einfach “große Unternehmen” heißt) wachsen.
3. Auch große Unternehmen und einmal als solide empfundene Werte können pleite gehen.
Bevor man also versucht durch dieses kaufen und liegen lassen ein Vermögen aufzubauen, sollte man einfach mehrere gute Fonds oder einfach Indizes (z.B. durch Index-Zertifikate) kaufen. Falls man jedoch glaubt durch das Kaufen von 2-3 Werten reich zu werden, wenn man sie für 10, 20 oder 30 Jahre liegen lässt, könnte man am Ende entsetzt sein, wenn man die Ergebnisse sieht. Nicht alle Aktien wachsen stärker als der Markt und nicht alle überleben langfristig. Erzählen Sie einmal einem Telekomaktionär, dass er nur Geduld haben muss und die Aktien liegen lassen sollte!
Er wird seinen Kaufkurs vermutlich nicht einmal in weiteren 10 Jahren wiedersehen. Die beste Lösung ist also einfach den Gesamtmarkt zu kaufen, durch Fonds, Zertifikate oder anderer Möglichkeiten. Will man jedoch aktiv Aktien kaufen und verkaufen und selbst die Auswahl vornehmen (und mehr verdienen als 10-15% pro Jahr), dann sollte man antizyklisch handeln, also in Krisen kaufen und in guten Zeiten verkaufen.
PS: Manche Vertreter der Theorie “Kaufen und liegen lassen” verweisen auf Warren Buffett. Ja, Buttett kauft sehr langfristig und hält die Anteile in manchen Fällen mehr als 30 Jahre. Allerdings versteht er es meisterhaft unterbewertete Unternehmen ausfindig zu machen und meistens sitzt er im Management der jeweiligen Firma und steuert die Unternehmenspolitik aktiv mit. Er kauft jedoch nicht einfach blind und lässt die Aktien dann liegen.
Dieses Märchen wird oft von Vermögensverwaltern und Beratern in der Bank erzählt. Es nennt sich Cost Averaging oder Cost Average Effekt. Auf gut Deutsch heißt es, dass man seine Einstandskurse verbilligt. Man kauft also hinzu, wenn die Kurse fallen, weil man seinen durchschnittlichen Kaufkurs damit senkt und in einer besseren Position ist, wenn es wieder aufwärts geht. Falls man heute 100 Aktien von Siemens zu 200€ kauft und der Kurs fällt im nächsten Monat auf 100€, dann kauft man nochmal 200 Aktien.
Man investiert also jedes Mal noch einmal die gleiche Summe in Aktien dieses Unternehmens und hofft, dass es irgendwann wieder aufwärts geht. Das ist absoluter Schwachsinn, weil niemand weiß wie lange der Abwärtstrend dauert und Sie am Ende möglicherweise mit wertlosen Aktien dastehen, denn nicht jedes Unternehmen übersteht die Krise. Das Beispiel von Enron und anderen großen Unternehmen, die heute nicht mehr bestehen, lehrt uns, dass jedes Unternehmen untergehen kann.
Sogar ganze Staaten können pleite gehen (die Staatsanleihen sind in manchen Fällen wertlos). Jeder, der Ihnen das Cost Averaging anpreist, verdient selbst kein Geld an der Börse und versteht nichts von ihr. Greifen Sie nie in ein fallendes Messer! Warten Sie ab bis der Abwärtstrend zu Ende ist.
Alle Menschen, die Telekomaktien zu 80€ gekauft haben und seit über 10 Jahren nachkaufen, werden Ihnen bestätigen, dass nicht jede Aktie sich erholt. Versuchen Sie auch hier nicht gegen den Trend zu kämpfen, sondern handeln Sie vernünftig.