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Nicht nur, aber man darf sie sicherlich nicht vernachlässigen wie es viele tun. Sie können die Wirtschaft analysieren so lange Sie wollen, Sie können tausende Bücher und Zeitungen lesen und herausfinden was der Markt eigentlich tun sollte, aber er wird es nicht tun. Er tut, was er tun will.
Achten Sie nicht nur stur auf irgendwelche Prognosen der Experten und die Erklärungen, die man in den Medien lesen kann, sondern beobachten Sie was der Markt tut. In welche Richtung bewegen sich die Kurse? Gibt es einen Grund dafür? Rätsel alle Beobachter über diesen schnellen Aufstieg oder sind sie skeptisch und nennen es “kurze Erholung”?
Argumentieren Sie nicht gegen den Markt.
Er hat immer Recht.
Wenn er sich in einem Abwärtstrend befindet, wird er weiter fallen, ob es dafür jetzt Gründe gibt oder nicht. Falls der Aktienmarkt sich in einer Hausse befindet oder gerade einen neuen Aufwärtstrend startet, dann hilft es nicht viel auf angebliche Experten und Börsenkommentatoren zu hören.
Wer das Ziel hat viel Geld zu verdienen, hört auf den Markt. Wer viel reden und Unsinn lernen will, hört auf die Journalisten, Experten und Gurus. Das Warum ist oft gar nicht so wichtig wie das Was des Marktes.
Eine Aktie ist nicht billig, wenn ihr Kurs besonders niedrig ist, wie viele Börsenneulinge meinen. Es bedeutet überhaupt nichts, wenn man die Aktien eines Unternehmens für 2€ oder sogar nur 0,20€ kaufen kann. Es handelt sich hier nicht um Waren wie Bücher oder Orangen, die man einfach miteinander vergleichen kann. Alles hängt davon ab wie sich die Gewinne des Unternehmens auf die einzelnen Anteile, die Aktien, verteilen.
Es bringt Sie nicht weiter, wenn Sie Aktien für nur 2€ pro Stück kaufen, falls das Unternehmen fast pleite ist. In diesem Fall werden die Aktien bald wertlos sein. Andererseits kann eine Aktie zu 800€ pro Stück günstig sein, wenn es sich um ein solides Unternehmen handelt, das zu Unrecht von der Börse (zum Beispiel während eines allgemeinen Abwärtstrends) abgestraft wurde und jetzt unterbewertet ist. Im Allgemeinen ist es sogar der Fall, dass zu günstige Aktien, die nur wenige Cents oder einige Euro kosten, riskanter sind und nicht selten noch weiter absinken bis sie wertlos werden.
Teure Aktien hingegen steigen weiter und man muss beachten, dass teure Aktien nur teuer geworden sind, weil sie über lange Zeiträume gestiegen sind, was auf ein erfolgreiches Unternehmen schließen lässt. Versuchen Sie keine billigen Aktien an der Börse zu kaufen, im Sinne von billig wie im Supermarkt. Suchen Sie vielmehr nach unterbewerteten Werten, ohne Rücksicht auf den Preis, sei es 10€ oder 200€ pro Aktie.
…zumindest auf kurze Sicht.
Aus diesem Grund macht es auch keine Sinn täglich die Kurse zu beobachten und den Versuch zu unternehmen herauszufinden warum eine Aktie trotz guter Zahlen fällt und eine andere trotz geringer Gewinne steigt, obwohl es eigentlich umgekehrt sein sollte. Auf kurze Sicht gesehen ist die Börse überhaupt nicht logisch und Sie sollten sich nicht darüber den Kopf zerbrechen.
Das ist nicht wichtig, sondern allein der langfristige, große Trend zählt für Sie. Sollen sich doch die Kommentatoren und Fernsehsprecher darum kümmern. Gehen Sie lieber auf Distanz und versuchen Sie die derzeitige Situation aus der Ferne zu überschauen wie ein Adler. Wer weiß schon warum eine Aktie heute steigt? Vielleicht entschließt sich ein Fondsmanager zu kaufen oder Charttechniker kaufen, weil irgendein Widerstand durchbrochen wurde. Niemand kann das so genau sagen. Es ist so gut wie unmöglich kurzfristig vorherzusagen in welche Richtung sich eine Aktie oder der Gesamtmarkt bewegen wird.
Interessieren Sie sich nicht für das tägliche Auf und Ab an der Börse
und auch wöchentliche Trends oder ähnliches ist nicht wichtig. Vielmehr besteht die Gefahr, wenn Sie zu nah am Börsengeschehen sind und die kleinsten Bewegungen und Reaktionen der Aktien verfolgen, dass Sie die wirklich großen und entscheidenden Trends aus den Augen verlieren.
Verpassen Sie nicht die langfristigen Aufwärts- oder Abwärtstrends. Alles andere darf Ihnen entgehen (und ein großer Teil sollte Ihnen absichtlich entgehen). Schalten Sie den Fernseher aus, beobachten Sie nicht täglich die Kurse auf N24, n-tv, bloomberg, im Teletext und im Internet.
Das hilft Ihnen nicht weiter. Falls Sie sich um die kurzfristigen Bewegungen und Trends kümmern, sind Sie nicht in der Lage auf die nächste große Bewegung aufzusteigen und davon mehr zu profitieren als Sie es jemals mit den kurzen Trends könnten. Falls Sie in einem Zug sitzen, müssen Sie nur wissen wohin er fährt und wie lange es ungefähr dauern wird. Sie brauchen nur die Entstation und müssen nicht wissen an welchen Orten der Zug hält und wann dies geschieht. Das ist für Sie unwichtig.
Wichtig ist nur, dass Sie einsteigen und wissen, dass der Zug in die richtige Richtung fährt. Alles andere, das sich auf dem Weg abspielt und die Orte und Haltestellen, die Sie beobachten können (wenn Sie wollen), ist nicht von Bedeutung für Sie. Große Bewegungen an der Börse enden nicht an dem Tag, an dem sie begonnen haben.
An der Börse geschieht nichts Neues. Sie können sehr viel lernen, wenn Sie nur die Vergangenheit studieren. Natürlich wiederholt sich das Marktverhalten niemals eins zu eins, das wäre wohl zu schön um wahr zu sein, sondern es wiederholt sich in leicht veränderter Form. Börsencrashs kommen und gehen. Rezessionen und Wirtschaftseinbrüche kommen etwa alle 5 Jahre vor.
Aktien verhalten sich ähnlich wie in der Vergangenheit oder wie eine andere vergleichbare Aktie. Die meisten Dinge in unserer Welt und im menschlichen Leben wiederholen sich oder laufen in bestimmten Zyklen ab. Wir wissen heute mit absoluter Gewissheit, dass es auch in Zukunft Börsencrashs geben wird. Wir wissen nicht wann sie kommen und wie stark sie werden, doch sie werden kommen.
Und wir wissen, dass sie eine tolle Gelegenheit darstellen um gute, solide Werte zu kaufen. Höchstwahrscheinlich wird dieser Aufwärtstrend nach dem jeweiligen Börsenkrach nicht genau so verlaufen wie frühere, aber sie werden ähnlich verlaufen und wie können viel über die Zukunft lernen, wenn wir die Vergangenheit studieren. Und ich meine dabei nicht die Vergangenheit der Kursentwicklung auf irgendwelchen Charts, die man sich meistens so zurechtlegt wie es einem passt (damit man seine schönen Linien und Unterstützungen zeichnen kann), sondern ich meine vor allem aus der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung früherer Jahrzehnte und Jahrhunderte zu lernen.
An der Börse gibt es nichts Neues. Ganz einfach aus dem Grund, weil noch immer die Menschen für die Kurse verantwortlich sind und Menschen ändern sich nicht. Die Menschen von heute sind genauso (und haben vor allem die gleichen Gefühle und die gleiche Motivation) wie die Menschen, die vor Jahrhunderten in Holland mit Tulpenzwiebeln spekuliert haben.
Die Frankfurter Wertpapierbörse liegt weltweit an dritter Stelle (hinter der NYSE und der NASDAQ). Der Präsenzhandel (also das, was man bei der Telebörse au n-tv im Hintergrund sieht) nimmt nur noch einen geringen Teil des Handels ein. Der Großteil wird über das vollelektronische System XETRA abgewickelt, das von einem großen Zentralcomputer gesteuert wird.